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Charlotte Reineke, Gemeinsame Arbeitsstelle IG Metall / Ruhr-Universität Bochum
charlotte.reineke@ruhr-uni-bochum.de
Mensch-Roboter-Kollaboration arbeitsorientiert gestalten
Am 23.06.2022 haben der Lehrstuhl für Produktionssysteme der Ruhr-Universität Bochum und die Gemeinsame Arbeitsstelle RUB/IG Metall in Kooperation mit dem Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Siegen das Work-Lab Mensch-Roboter-Kollaboration mit Blick auf Fragen der Mitbestimmung durchgeführt. In diesem Work-Lab erhielten die Teilnehmenden die Gelegenheit, verschiedene Formen der Mensch-Roboter-Kollaboration (MRK) hautnah zu erproben.
Im Kontext der Einführung von Mensch-Roboter-Kollaboration im Unternehmen spielen die betrieblichen Interessenvertretungsorgane eine wesentliche Rolle, denn im Rahmen der Wahrnehmung ihrer Schutz- und Gestaltungsfunktionen sind sie bei der Ausgestaltung von MRK zu beteiligen, sofern regelungsrelevante Bereiche, die über das Betriebsverfassungsgesetz festgelegt sind, betroffen sind. Dazu gehören Felder wie Qualifizierung, Datenschutz, Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen, Softwareergonomie und vielerlei mehr. Ein Austausch über die beteiligungsorientierte Begleitung komplexer Technologieentwicklungen auf der betrieblichen Ebene ist für viele Interessenvertreter:innen ein hilfreiches Instrument, sich mit den vielfältigen Anforderungen, die in diesem Feld entstehen, auseinanderzusetzen. Das Erleben von MRK-Systemen unter Realbedingungen verschafft notwendige Einblicke und ein weitreichendes Verständnis der Auswirkungen von Mensch-Roboter-Kollaboration auf die Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen der Mitarbeiter:innen in diesen Arbeitssystemen.
Die Grundidee der kollaborativen Zusammenarbeit von Menschen und Robotern ist die fähigkeitsspezifische Verteilung von Arbeitsschritten zwischen Beschäftigten und Robotern innerhalb eines gemeinsamen Arbeitsraums. Dabei wird den Stärken und Schwächen des jeweiligen Partners Rechnung getragen, um das gemeinsame Potenzial zu nutzen. Zu Beginn der Veranstaltung wurden die Erwartungshaltungen sondiert und beim Technologierundgang erste Fragen erörtert: „Wie können Mitarbeiter:innen angelernt werden?“ „Wie können die Qualifizierungen durchgeführt und Hemmnisse gesenkt werden?“
Durch den gemeinsamen Austausch und das direkte Erleben einzelner MRK-Anwendungen konnten die Teilnehmenden einen Einblick gewinnen und entwickelten selbst Ansätze zur Beantwortung ihrer zuvor gestellten Fragen. Potenzielle Chancen und Risiken der MRK für gut gestaltete digitale Arbeit wurden während des gesamten Work-Labs gemeinsam diskutiert und daraufhin erörtert, welches konkrete Gestaltungspotenzial diese Technologie birgt. Anhand eines begleitenden Quick Checks zur Identifizierung geeigneter MRK-Arbeitsplätze wurden die Teilnehmer:innen für die arbeitsorientierte Beurteilung von Mensch-Roboter-Kollaborationen sensibilisiert.