Kompass Digitalisierung: Orientierungen für gute digitale Arbeit

KONTAKT

Dr. Tobias Wienzek, Sozialforschungsstelle | Technische Universität Dortmund
tobias.wienzek@tu-dortmund.de

Instrument

KOMPASS ZUR ERFASSUNG UND GESTALTUNG BETRIEBLICHER DIGITALISIERUNG

Digitaler Wandel ist für viele Unternehmen eine zentrale Aufgabe, deren Gestaltung in Zeiten hoher Unsicherheit insbesondere für KMU eine große Belastung darstellt. Wie kann ein solcher Wandel zudem partizipativ gestaltet werden, um alle Beteiligten einzubinden? Im Zentrum der Lernreise stand die Frage, welche Instrumente arbeitsorientierte Gestaltungsstrategien und eine nachhaltige und akzeptanzfördernde Umsetzung betrieblicher Digitalisierungsprojekte fördern können und wie sie zur Akzeptanz derartiger Veränderungsprozesse beitragen können.

Am 9. März 2022 hat die Sozialforschungsstelle Dortmund (sfs) im Rahmen des NIRO-Formats „Kurz nach Feierabend“ den Kompass Digitalisierung vorgestellt. Anhand theoretischer Ausgangsüberlegungen ermöglicht der Kompass Digitalisierung den Anwendern, einen ersten „Status Quo“ über geplante, oder auch bereits begonnene Digitalisierungsprojekte zu erlangen. Der Kompass ist als ein Instrument entwickelt worden, das es erlaubt, die Anforderungen betrieblicher Digitalisierung zu erfassen und darauf Maßnahmen für eine Beurteilung, Gestaltung und Steuerung aufzubauen. Hierzu werden in einem ersten Modul der Status der Digitalisierung, in einem weiteren Modul ein Projektsteckbrief und als Kontext die Rahmendaten des Unternehmens erhoben. Bewusst soll kein betrieblicher Reifegrad erhoben werden, sondern die Digitalisierungsprozesse sollen somit am Unternehmen selbst ausgerichtet werden: Der Kompass Digitalisierung trägt dieser Ausgangsüberlegung Rechnung, indem er die Reichweite und den generellen Nutzen eines Digitalisierungsprojektes kritisch hinterfragt. Kernpunkt des Kompasses ist dabei eine Arbeitsfolgenabschätzung, die neue Herausforderungen und ungeplante Entwicklungen bei der konkreten Umsetzung von Digitalisierungsvorhaben aufzeigen kann.

Entwicklung

KOMPASS DIGITALISIERUNG SCHAFFT ORIENTIERUNG UND PROBLEMBEWUSSTSEIN

In der Lernreise wurden den Teilnehmenden nach einer grundlegenden Vorstellung des Kompass anhand unterschiedlicher Praxisbeispiele aus verschiedenen Unternehmen erste Einblicke gegeben, welche Hürden bei der Umsetzung von Digitalisierungsprojekten zu beachten sind (u.a. Auswahl der Technologien, Qualifizierung der Beschäftigten, Bestimmung von Pilotbereichen) und welche Potenziale die Digitalisierung im Arbeits- und Leistungserstellungsprozess gleichzeitig bietet. Anhand unterschiedlicher Erfahrungen aus vorangegangenen Anwendungen wurden die einzelnen Schritte des Vorgehens erläutert.

So konnte an einem Praxisfall verdeutlicht werden, wie sich mit der Einführung einer neuen, digitalisierten Produktionslinie die Arbeitssituationen für die Beschäftigten verschlechtern können und welche Maßnahmen erforderlich sind, um dieses zu verhindern. Darauf aufbauend wurden partizipative Maßnahmen zur Einbindung der Beschäftigten erarbeitet, die zu einer großen Akzeptanz der Beschäftigten für diese Reorganisationsmaßnahme führten. So wurden regelmäßige Workshops veranstaltet, die den aktuellen Stand der Umsetzung und möglicher Folgewirkungen offenlegten. Die Beschäftigten konnten durch Rückmeldungen zur geplanten Veränderung konkreten Einfluss auf den Verlauf nehmen.

Zum Kompass Digitalisierung
Austausch

SENSIBILITÄT FÜR ARBEITSORIENTIERTE GESTALTUNG

Nach der Vorstellung des Kompass Digitalisierung wurden von einigen Teilnehmenden Rückfragen zur Anwendung und zum Aufbau gestellt. Dabei konzentrierten sich die Beiträge zunächst auf die eingebundenen Praxisbeispiele und deren jeweiligen Hintergrund. Hier wurde die große Bedeutung von Praxisbeispielen  deutlich, die es den Teilnehmenden ermöglichen, konkrete Kenntnisse zum Instrument, den Hindernissen und den Anforderungen der Implementierung (u.a. Reichweite des Kompass und wie er erfolgreich eingesetzt werden kann) mitzunehmen. Weiterhin wurde kritisch angemerkt, dass bei einer arbeitsorientierten Betrachtung den Geschäftsführungen bzw. Führungskräften eine konstruktive Verbindung mit einer ökonomischen Sichtweise wichtig ist.

Die Integration ökonomischer Fragestellungen in das vorgestellte Instrument des Kompass Digitalisierung wurde als zukünftige Aufgabe vorgeschlagen. Hier wurde eine vergleichende Darstellung von unterschiedlichen Digitalisierungsprojekten mit dem Kompass Digitalisierung angeregt, die dann eine mögliche Reihenfolge von Umsetzungen unterstützen kann. Insgesamt konnte die Lernreise zum Austausch und zur Sensibilisierung für die arbeitsorientierte Gestaltung von Digitalisierungsprojekten beitragen.

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